Alfa Romeo 156: Erfahrungsbericht #37

Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht zum Alfa Romeo 156 von R.Willmann

Alfa Romeo 156 (1997-2005)
1997-2003
4-tr.Stufenheck-Limousine
Alfa Romeo 156 (1997-2005)
2000-2003
5-tr.Kombi-Limousine
»Sportwagon«
Alfa Romeo 156 (1997-2005)
2003-2005
1.Facelift
4-tr.Stufenheck-Limousine
Alfa Romeo 156 (1997-2005)
2003-2005
1.Facelift
5-tr.Kombi-Limousine
»Sportwagon«
Alfa Romeo 156 (1997-2005)
Variante: 1997-2003 | 4-tr.Stufenheck-Limousine

Alfa Romeo 156 (1997-2005)
Foto © Fiat Chrysler Automobiles
Alfa Romeo 156 (1997-2005)
Variante: 2000-2003 | 5-tr.Kombi-Limousine | »Sportwagon«

Alfa Romeo 156 (1997-2005)
Foto © Fiat Chrysler Automobiles
Alfa Romeo 156 (1997-2005)
Variante: 2003-2005 | 1.Facelift | 4-tr.Stufenheck-Limousine

Alfa Romeo 156 (1997-2005)
Foto © Fiat Chrysler Automobiles
Alfa Romeo 156 (1997-2005)
Variante: 2003-2005 | 1.Facelift | 5-tr.Kombi-Limousine | »Sportwagon«

Alfa Romeo 156 (1997-2005)
Foto © Fiat Chrysler Automobiles


Erfahrungsbericht #37 zu: Alfa Romeo 156 (1997-2005)

Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht zum Alfa Romeo 156 von R.Willmann

Alfa Romeo 156 (1997-2005) Erfahrungsbericht
verfasst von R.Willmann (49)
am 14.06.2008 um 10:44 Uhr

"Alfa 156 2.0, Baujahr 7/1998 (Erste Jahrgang) mit Leder und Klimaautomatik neu gekauft, jetzt nach 10 Jahren mit 128 000 km in 6/ 2008.
Ich habe an dem Auto zumeist viel Freude gehabt und hoffe es weiterhin noch einige Jahre zu haben. Dazu besteht Optimismus, denn das Auto ist:
rostfrei und technisch und optisch (bis auf Kratzer) noch in einem guten Zustand.

Benotung:
Karosserie: stabil und solide, anfänglich aber Wassereinbruch, den ich (und nicht die schläfrige Werkstatt in östlich Stuttgarts)rechtzeitig entdeckte: Wasserrinnenablauf unter Frontscheibe war mittels Steinchen verstopft, und das Parken im Gefälle reichten für die Überschwemmung.

Strassenlage und Komfort:
Mit Conti nicht mehr so präzis wie mit Pirelli- Reifen , diese sind aber zu schnell abgefahren und zu hart.
Bei geringer Geschwindigkeit und Spurrillen diffuses Lenkgefühl,
Das legt sich aber auf der Autobahn,
wo das Fahrwerk seine Sportlichkeit zeigt.
Leider ist die Fahrwerksdämpfung auf den desolaten schwäbischen Betonfugenpisten und bei Brückenquerfugen eine Zumutung. Der Reifendruck sollte nicht übertrieben hoch sein, um den Hang zur Stoßigkeit abzumildern. Reifen primär auch nach Komfortqualität hin aussuchen!
Für Leute mit mehr als 25 T. km pro Jahr ist das Fahrwerk - je nach örtlichen Strassenzustand- evt. zu unkomfortabel.

Motor, Getriebe, Stossdämpfer, Wellen und Lager und sonstige Mechanik:
Noch völlig original und einwandfrei -mit Ausnahme des Nockenwellerverstellers und der unteren Querlenker (Ersatz bei 50 Tkm wegen Quietschens auf 50% Kulanz) und eines nicht 100 €- Nebenlenkers an der Hinterachse bei 120 T. km.
Ölverbrauch 0,2 l/100km, 10 W40 Öl reicht völlig aus. Der Motor läuft nach Bendigung den 3 Sekunden Startdieselns noch so ruhig und schön singend (oder fauchend - je nach Drehzahl) wie im ersten Jahr, und das wohl auch, weil ich jede Dauerquälerei vermeide. Auf einen schönen Vollgasspurt kommt wieder eine Erholungsphase. Spielerisch fahren!

Tipp Nockenwellenversteller:
Versteller dieseln lassen- das macht nichts, wenn es nicht länger als wenige Sekunden nach dem Anlassen dauert - also nicht unnötigerweise der Werkstatt viel Geld in den Rachen werfen, auch wenn die Sie zu verunsichern versucht!
Seit 5 Jahren "dieselt" es dem Geräusch nach kurz, ohne daß dadurch ein Folgeschaden entstanden wäre- es ist nur - wenn auch ein etwas ärgerlicher Schönheitsfehler, der ohnehin nach 20000 km wieder frisch auftauchen und der Werkstatt unnötigerweise neuen Ertrag bringen würde!)

Grösster Ärger in den 10 jahren:
Wärmetauscher (war zuerst sichtbar im vordersten Beifahrerfussraum verlegt)ging zu Bruch und Kühlwasser floss in den Innenraum. Zum Glück merkte ich das rechtzeitig (Temperaturanzeige), sodaß ich einen Motorschaden verhindern konnte: aber immerhin 400 € Reparatur in 2002 dafür, wobei die Alfa Werkstatt östl. Stuttgarts die Brühe im Innenraum zu entfernen sich trotz 5 Tage Zeit glatt weigerte und ich das mit alten Zeitungen das selber tat. Auch sich zu offen zu entschuldigen hatten weder der Meister noch der Autohauschef nötig - wahre Pseudoaristokraten!
Allerdings bot man als Ausgleich für den Ärger eine versteckt- hinterhältige, jetzt pseudobürgerliche Entschuldigung auf Kosten eines Dritten, der Alfa- Zentrale an - Nockenwellervesteller - Austausch zu 50% trotz des Autoalters von 4 Jahren und 60 T. km, eine wie beschrieben eher überflüssige Sache, die aber der Werkstatt weiteres Geld einbringen sollte.

Elektrik: Wegfahrsperre auf Garantie getauscht, 2x Airbagleuchte (Schalter erneuern) ist an sich eine Kleinigkeit. Manche Alfa-Werkstätten (S- Zentrum) kassieren für 15 Minuten Arbeit aber unseriöserweise 180 €.
10 Glühbirnen in 10 Jahren- das ist wenig.
1x Sitzheizung ausgefallen.
1x pro 100 Türöffnungen streikt die Türfernbedienung- das ist aber kein Problem bei einem 1. Mann -Privatfahrzeug, weil mit kurzem Anschalten der Zündung der Elektronikfehler "ausgelesen", also beseitigt ist. Bei einem Leihauto ginge das natürlich nicht.
Ansonsten keinerlei Elektrikprobleme, was für 10 Jahre in Ordnung ist- und in der Summe sehr preiswert war.

Klimaautomatik : bislang ohne jedes Problem und ungewartet- funktioniert sehr gut.

Sonstiges: noch erster Auspuff, weil wohl Edelstahl verwendet. Vorderes Rohr bei 100 T. km am Metallgewebe durchgebrannt: 440 €, weil es - wie üblich- keinen Reparatursatz für das Gewebe - auch nicht bei Alfa - gibt.

Bremsen: 1x Scheiben und Beläge vorne bei 60 T , hinten rechts regelmäßiges Klemmen der Klötze, 1x Beläge deshalb.

Innenausstattung:
sehr gute Qualität und Finish, Fahrersitz ist noch stramm und das Leder schön.

Lack. Azurblaumetall ist chemisch bedingt, also naturgemäß, etwas empfindlich, aber dennoch noch hochglänzend und hat im Sommerlicht eine exzellente Farbtiefe!
Nur ein Lackfehler an der Heckklappe (Lack ist teilweise etwas milchig-fehlerhaft lackiert ).

Inspektionen: Nur in Garantiezeit, danach nur noch Öl-, und Filterwechsel bei Billigkette . Keinerlei Motoreinstellung seit 6 Jahren, weil einfach unnötig. Die Bosch Elektronik und Einspritzung ist ja wartungsfrei und die Vorschrift im Wartungsplan sollte nur eine Kann- und nicht eine Muss- Vorschrift sein.
Die Kontrolle der Bremsklötze kann jeder Laie mit der Taschenlampe vornehmen. Zudem gibt es eine Kontrollanzeige am Tacho. Selbstwartung kann in vielen Fällen jedermann, wenn es Ihm gezeigt wird.

Fazit: Wenn man eine seriöse Werkstatt hat, die wirklich nur das Nötige macht (wird wohl immer seltener) und man sich selbst ein bischen technisch auskennt, sodaß man nicht in der Werkstatt überlistet wird, und zudem den Motor vor dem Leistungseinsatz erst warm werden lässt und ein bischen auf Schäden (Wassereinbruch) und Ölstand aufpasst,
ist dieses Auto preiswert und "ewig"
( mindestens gut für mind. 250 T oder 15 Jahre) zu fahren.

Die meisten Probleme waren in den ersten drei Jahren, dann wurde das Auto dem Eindruck nach immer besser.

Ist er als Gebrauchter empfehlenswert?
Nach gründlicher Kontrolle im hochgebockten Zustand durch einen Fachmann ist aus meiner Sicht das Auto als Gebrauchtwagen zu empfehlen. Den Vornutzer sollte man kennenlernen- und der Motor sollte schön singen und nicht muffig brabbeln. Falls er singt, hatten Fahrer und Auto ein gutes Verhältnis.
Man sollte keinem jungen oder alten verkniffenen Jugendlichen sein Rennfahrzeug abkaufen, auch wenn dieses vordergründig als preiswert erscheint!
Quälerei mit kaltem Motor drittelt die Lebensdauer! Ein Tauschmotor kostet 5000 € und 4 Querlenker ca 1100 € !
Also alles gut prüfen und nicht allein auf den äußeren Glanz der Rakete vertrauen! Ich wünsche Ihnen dann viel Spaß mit Ihrer neuen Italo- Raubkatze. "


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